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Das Gefühl Angst...
 
Angst ist ein emotionaler Zustand, den uns die Natur geschenkt hat, um das wichtigste was wir haben, uns selbst zu schützen. Dieses Naturgesetz hilft uns im Umgang mit bedrohlichen Situationen und führt uns zu unterschiedlichen Handlungsweisen. Im Tierreich der Jagdraubtiere und damit auch unserer Hunde gibt es die Möglichkeit zum Angriff, Flucht, Todstellen und Umstimmung. Sobald die Bedrohung beendet ist, schaffen unsere Hunde es in erstaunlich kurzer Zeit ihren mentalen Normalzustand zu erreichen. Das Abschlütteln des Körpers unserer Hunde deutet auf die Verarbeitung einer Situation hin. Mehr oder minder wird dadurch der erfahrene Streß regelrecht "rausgeschleudert". Angst hilft also unseren Tieren Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Auch wir Menschen erkennen vielfach die Angst in einem Menschen, wir können diese in der ganzen Ausstrahlung und Körpergestik erkennen... doch gehen wir auf diesen emotionalen Zustand unseres Kommunikationspartners angemessen ein? Gehen wir denn überhaupt auf unsere eigenen Ängste ein? Ist für Tiere Angst der gleiche emotionale Zustand, wie für uns Menschen in der heutigen Zeit. Zunächst stellen wir uns doch die Frage: Wovor haben wir mehr Angst? Bei einer Autofahrt mit 100km/h, das sind immerhin knapp 30m/s in einer Blechdose, tödlich zu verunglücken, oder den Job zu verlieren, in einem Vorstellungsgespräch das Falsche zu sagen, oder daß unsere Kinder den von uns erwünschten Abschluß nicht schaffen? Nun sei zunächst erwähnt, daß der regelmäßige Besuch der Waschanlage für unser Auto eine höhere Priorität einnimmt als die regelmäßige Untersuchung des Reifenzustands.
 
 
Wir Menschen entwickeln doch die meisten Ängste im Zusammenhang mit einem sozialen Abstieg. Somit stellt sich eine weitere Frage: Sind wir noch in der Lage eine echte Bedrohung von einer vermeintlichen zu unterscheiden? Ich denke jeder Mensch kann sich in den letzten Zeilen irgendwo wiederfinden, natürlich mehr oder minder. Ist dies aber nicht ein Indiz dafür, daß wir uns wirklich schwer tun echte Bedrohungen für unsere Hunde zu erkennen, oder suggerieren wir unseren Hunden eine Angst bei Hundebegegnungen vielmehr deswegen, daß ein leinenzerrender Hund mit Halter am anderen Ende der Leine für Aufssehen sorgt und vielleicht sogar mit Beschimpfungen oder Anzeige zu rechnen ist? oder.... bedauern wir unsere Hunde weil sie Angst vor bestimmten Situationen haben? Sind wir überhaupt in der Lage zu unterscheiden, ob der Hund die Ängste des Menschen teilt? oder übertragen wir die Ängste auf unsere Hunde und er hilft uns eine Bedrohung zu beenden, weil er versteht daß wir nicht angemessen reagieren können? Sind wir in der Lage klare Ansagen zu machen? Hunde spüren, riechen und fühlen die Angst ihrer Kommunikationspartner und sofern ihr Tier sozialisiert ist, wird es angemessen reagieren und zwar zum richtigen Zeitpunkt und wenn es sein muß auch mit aggressiven Verhalten.
 
 
Leider ist Aggression in unserer Gesellschaft gleichbedeutend mit Mord, Todschlag, Terror und Kampf. Wie schade, daß wir alle es verlernt haben, daß Aggression nichts anderes bedeutet, als seine eigenen Bedürfnisse, oder die einer Gruppe durchzusetzen. Letzteres haben wir verlernt, weil wir in unserer Gesellschaft die Kündbarkeit von Beziehungen erfahren haben. Aggression dient der Konfliktbeendigung. Aus der Sicht der Hunde kann es dabei zu Auseinandersetzungen kommen, aber in den wenigsten Fällen mit Tötungsabsicht. Leider überträgt der Mensch die Ängste um das Überleben in eine Situation, kein Wunder, wenn man heutzutage Nachrichten liest, oder selbst traumatisiert ist. Ein Konflikt wird in der Menschenwelt oft nur durch eine Anzeige oder durch schwere Körperverletzung beendet. Haben wir den Respekt verloren? Ja !!! Respekt kann man sich verdienen, indem man seine Bedürfnisse und die seiner Sozialpartner durchsetzt. Dazu braucht es Struktur und Ordnung. Unsere Hunde machen es vor, aber in den wenigsten Fällen durch Kampf. Helfen wir unseren Hunden also mit unserer Angst was passieren könnte wenn ..........? Ein klares Nein. Vielmehr sollten wir die Leine zu einem Instrument des Schutzes formieren, indem wir unserem Hund zeigen was er zu lassen hat, indem wir darauf eingehen was die Körpersprache unseres Hundes verrät indem wir den Raum um uns und unserem Hund an der Leine als sicher erklären und schnell und angemessen reagieren.
 
Meine lieben Leser, laßt uns versuchen die "vermeintlichen" Bedrohungen aus unserem Kopf zu verbannen und uns daran erfreuen das Beste für unseren eigenen Erfolg zu leisten. Nur so definiert sich Selbstbewusstsein und Führungsqualität. Lassen wir uns nicht in die Enge treiben und nie das Gefühl dabei haben, daß eine Situation aussichtslos ist, denn wenn es so war oder wäre ist dies exakt ein Trauma! Laßt uns auf eine echte Bedrohung für uns und andere courragiert handeln.
 
Euer Robert