"Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen. Ziehen Sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden." (Edward Hoagland)
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Auf los geht’s los!

Kawumm-zack-flitz!!! Huch, was war das? In einem düsenjetähnlichen Tempo flutscht Hugo, ein zweijähriger Labrador, der eben noch an der Leine war, am Rest der Gruppe vorbei. Dabei ist es noch keine drei Sekunden her, dass ich Hugos Besitzer gesagt habe, dass er nun seinen Hund ableinen dürfe. Allerdings – so war die ursprüngliche Anweisung – um Hugo im „Bleib“ zu parken und wegzugehen.
Inzwischen tobt Hugo wie ein wildgewordener Bär über den Hundeplatz, seine neu gewonnene Freiheit sichtlich genießend. „Herrschaftszeiten“, schimpft Hugos Herrchen los, „jedes Mal das selbe. Der kann Gedanken lesen der Sakra!“ 
Von Hugos Urigeller-Fähigkeiten weniger überzeugt, gebe ich Herrn Meier zu bedenken, dass es sich hier wohl um eine konditionierte Erwartungshaltung handelt, die Hugo da zeigt. Mit großen Augen – vielleicht aufgrund des Fachbegriffs - starrt mich Herr Meier an. 
Eine konditionierte Erwartungshaltung beim Hund ist leicht erklärt. Jeder kennt wohl folgendes Beispiel: Man zieht sich die „Hundejacke“ an, schnappt sich die „Hundeschuhe“, greift zur Leine und unser Hund sitzt mit erwartungsvollem Blick schwanzwedelnd vor uns. Woher das kommt? Nein, der Hund hat keine hellseherischen Fähigkeiten. WIR haben ihm schlicht und ergreifend – wohl sehr unbewusst – gelernt, dass nach all diesen Tätigkeiten der Spaziergang losgeht.
Genauso hat Herr Huber seinem Hugo „gelernt“, wenn dieses metallische Geräusch beim Öffnen des Karabinerhakens der Leine erklingt, DANN heißt es Freiiiiiiheiiiiiiiiiit! Herr Huber hat sich zudem auch jedes Mal gefreut, wenn sein Hund losgetobt ist und hat es genossen, seinen Hund in dieser Freude zu sehen. 
Tja, das Ergebnis ist nun, dass Hugo, sobald das Karabinergeräusch ertönt, wie von der Tarantel gestochen losprescht – ziel- und planlos. Dabei wäre es doch eine Kleinigkeit gewesen, ihm von Anfang an – oder zumindest ab jetzt – zu erklären, dass Karabinerhaken-Lösen ungleich Lospreschen ist.
Welche Gefahren so ein Verhalten birgt, ist eine Seite. Die andere Seite ist, dass dieses Verhalten deutlich zeigt, was Hund von Halter hält… nicht viel, wenn sein einziges Bestreben darin liegt, so schnell wie möglich von ihm wegzukommen. Keine schöne Sache….
 
Balu
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